Prien/Chieming. Dieses Jahr wollen die Organisatoren den Spedition EBERL Chiemsee Triathlon weiteres Mal auf ein neues Level heben. Dazu haben sie bei der Pressekonferenz auf dem Wikingerschiff Freya – bekannt aus dem Bully-Herbig-Film „Wickie auf großer Fahrt“ – einige Neuerungen vorgestellt – und die untermauern, dass das Vorhaben nicht nur ein vollmundiges Versprechen ist. „Das ist eine Steigerung, die wir dank unserer sehr starken – alten und neuen – Partner stemmen können“, sagt Wechselszene-Chef Sven Hindl.

Aus sportlicher Sicht gibt es gleich zwei Neuerungen bei dem Triathlon-Festival (27. – 30. Juni) in und um Chieming: Am Wettkampfsamstag wird es nicht nur die bereits etablierte Volksdistanz geben, sondern erstmals die „Mixed Team Relay“. Wie bei einer Staffel braucht es auch dafür drei Sportlerinnen und Sportler im Team. Aber anders als bei regulären Staffel-Wettkämpfen im Triathlon muss hier mindestens eine Frau mit am Start sein und jeder aus dem Trio muss alle drei Disziplinen absolvieren – also nicht nur einer schwimmen, einer Radfahren, einer laufen. „2020 ist das Format erstmals olympisch, wir holen es jetzt schon an den Chiemsee“, so Hindl weiter. Die Distanzen seien mit 0,2km Schwimmen, 6,5km Radfahren und 1,9km Laufen so kurz, dass sie jeder schaffen könne. 

Zudem wird „Das Rennen“, wie der EBERL Chiemsee Triathlon mittlerweile auch schon bezeichnet wird, Teil einer neuen Multisportserie: der Spirit Triathlon Series. Dazu zählen neben dem bayerischen Rennen weitere Traditionsrennen wie dem Triathlon Portocolom, der vor wenigen Wochen auf Mallorca ausgetragen wurde und den Auftakt der Serie bildete, den TIME Alpe d’Huez-Triathlon in Frankreich (25. Juli) sowie dem Trans Vorarlberg Triathlon in Österreich (25. August). „Der EBERL Chiemsee Triathlon war von Anfang an in unseren Planungen enthalten – und eigentlich gab es gar keine Alternative hier in Deutschland für uns“, sagt Tom Sutton, der als Kopf hinter der Serie steht und Sohn von Triathlon-Trainer-Legende Brett Sutton ist. Neben ihm haben unter anderem noch die beiden Top-Triathletinnen Daniela Ryf, die vierfache Ironman-Hawaii-Weltmeisterin ist, und Olympia-Siegerin Nicola Spirig die Serie initiiert. Sechs Teams, gespickt mit namhaften Profis, schicken sie im Auftakt-Jahr der „Spirit Triathlon Series“ in die Rennen. Für die Zukunft haben sie noch einiges mehr geplant, wie Sutton auf der Freya verspracht. 

Das Triathlon-Festival wird auch dieses Jahr wieder vom Firmenlauf Chiemgau (Do., 27. Juni) eingeläutet. Für die Volksdistanz und die Mixed Team Relay am Samstag gibt es noch einige wenige Startplätze. Ganz im Gegensatz zu den beiden Hauptwettkämpfen über die Kurz- (1,5/40/10 km) und die Mitteldistanz (2/80/20 km). Die sind beiden seit diesen Tagen ausgebucht. 

Umweltschutz wird groß geschrieben

Hindl kündigte darüber hinaus an, dass das Umweltschutz-Konzept, das sie schon bei der Chiemgau Team Trophy erfolgreich etabliert haben, auch auf den Triathlon übertragen wird. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, auf eine Menge Plastik zu verzichten – und dank unserer Partner wie Aquasphere, Petrusquelle und Wieninger Bräu schaffen wir das“, kündigte er an. Auf Badekappen könne man beim Wettkampf nicht verzichten, aber auf die Plastikhüllen, in die die einzelnen gesteckt werden. „Das allein sind schon 1500 Beutelchen, die wir vermeiden.“ Für die Getränkeversorgung auf der Strecke habe man mit Petrusquelle zusammen ein Mehrwegbechersystem entwickelt. Sonst fallen im Schnitt 7000 Becher an, die weggeschmissen würden. Auch im Ziel gibt es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Wieninger-Alkoholfreies nicht aus dem Becher, sondern aus der Mehrwegflasche. „Es heißt immer ‚Wo soll man denn anfangen?‘ und wir fangen einfach an. Dort, wo wir es leisten können, vermeiden wir Müll“, so Hindl.

Mit der Entwicklung des EBERL Chiemsee Triathlons zeigt sich auch die Region zufrieden. „Das Flair, das der Triathlon mit sich bringt, ist sehr schön. Tagelang ist bei uns richtig etwas los, denn die Triathlon-Familie bringt viele Menschen mit“, freute sich Christian Fitzner, Leiter der Chieminger Tourist-Info. „Schwimmen, Radfahren, Laufen sind Dinge, die zum Chiemsee passen. Dann noch barrierefrei und mit dem neuen Umweltkonzept – da geht vieles Hand in Hand.“