Traunstein/Chieming. Auch Tage nach dem 8. EBERL Chiemsee Triathlon hat der Sportevent noch für Begeisterung gesorgt: beim österreichischen Gewinner-Team der neuen Mixed-Team-Relay. Die „BSP Mitte #luckysgang“-Staffel hat ihren Gewinn, einen VW Bus im Wert von mehreren zehntausend Euro, vom Autohaus Osenstätter in Empfang genommen. „Bei uns haben alle gesagt: ‚Wow, dass man so einen Preis gewinnen kann!‘“, fasste Coach Franz Lugstein die Reaktionen im ÖTrV Nachwuchsleistungszentrum Salzburg, das er zudem leitet, zusammen. 

Mixed Team Relay heißt das moderne Triathlon-Format, das 2020 erstmals olympisch ist und in abgewandelter Form am 29. Juni seine Premiere bei dem Chiemgauer Triathlon-Festival hatte. Sie ist ein Teamrennen, bei dem jedes Teammitglied einen vollständigen Triathlon mit Schwimmen, Radfahren und Laufen am Stück absolviert. Beim EBERL Chiemsee Triathlon besteht ein Team aus drei Personen – davon mindestens eine Frau. Die Distanzen sind mit 0,2km Schwimmen, 6,5km Radfahren und 1,9km Laufen so kurz, dass sie jeder schaffen kann.

Prominente Starter bei der Premiere

Mit Tri-Weltmeister Daniel Unger oder auch DTU-Geschäftsführer Matthias Zöll waren durchaus prominente Namen am Start. Der Rennverlauf zeigte, was sich die Organisatoren von dem neuen Format erhofft hatten: Action pur. Das zeigt auch ein jetzt auf YouTube veröffentlichtes Video. Die Teams kämpften um Sekunden, hechteten vom Chieminger Bootsanlegesteg in das Bayerische Meer, sprangen auf ihre Räder und legten blitzschnelle Wechsel auf das nächste Mannschaftsmitglied.

Als sie von dem Preis hörte, war es wenige Sekunden vor dem Start, erzählte Katharina Loidl vom späteren Sieger-Team:

„Das war eine große Motivation für den Triathlon!“

Nach 1:11:16 lief ihr Team als erstes über die Ziellinie. Neben Loidl zählten dazu Jakob Kaiser und der zweifache Paralympics-Sieger Günther Matzinger. Das Trio hatte sich mit nur 23 Sekunden Vorsprung gegen das „Sportfreund Team by Daniel Unger“ durchgesetzt. Parasportler Günther Matzinger hatte an zweiter Stelle liegend das Rennen gestartet und führte das Team am Ende zum Sieg.

Das „BSP Mitte #luckysgang“ freute sich damals erstmals nur über den Sieg, später hätten sie erst realisiert, was für einen Siegerpreis sie da für ein Jahr bekommen: einen top-ausgestatteten VW Bus im Wert von ca 35.000 Euro. Besonders die beiden Nachwuchstalente Loidl und Kaiser werden gemeinsam mit ihren Trainingskameraden den Bus im nächsten Jahr nutzen. Ronny Steidl, Marketingchef der Osenstätter Kraftfahrzeuge GmbH, wünschte dem Team vor dem Start in Richtung Österreich gute Fahrt und zahlreiche Wettkampferfolge.

Nach der erfolgreichen Premiere wird die Mixed-Team-Relay auch Bestandteil des 9. EBERL Chiemsee Triathlons im Juni 2020 sein. Ein genauer Termin für das Triathlon-Festival wird demnächst bekanntgegeben.

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Mit Rekordbeteiligung und zahlreichen internationalen Sportlern ging der EBERL Chiemsee Triathlon 2019 über die Bühne. Wir, das Organisationsteam, sagen stellvertretend für alle Beteiligten „Danke!“. Schön, dass Du dabei warst. Wir hoffen, Du bist nächstes Jahr wieder am Start. Im Folgenden wollen wir Dir alles zur Verfügung stellen, was man nach dem Rennen so braucht – tolle Erinnerungen, aber auch eine Feedback-Möglichkeit.

Ergebnisse & Urkunden

Feedback

Fotos

Chieming. Erneut hat sich Maximilian Kirmeier am Samstag den Sieg über die Volksdistanz beim EBERL Chiemsee Triathlon geholt. Beim Auftakt für das Triathlon-Festival am Bayerischen Meer war er mit einer Zeit von 1:00:33 der schnellste über die 500 Meter Schwimmen im Chiemsee, der 40-Kilometer-Jagd im Sattel durch das Chiemgauer Voralpenland und den fünf Kilometern in den Laufschuhen am Seeufer entlang.

„Das war ein hartes Ding“, sagte er im Ziel – und spielte nicht nur auf die kräftige Konkurrenz im Feld, sondern auch auf das hochsommerliche Wetter an, das den Sportlerinnen und Sportlern mit über 35 Grad zu schaffen machte. Zweiter wurde Armin Reif vom TSV Zwiesel (1:01:23) vor Dr. Oliver Rau vom Sc53 Landshut (1:03:15). Schnellste Frau war Sarah Schönfelder vom Triathlon Grassau e.V. mit einer Zeit von 1:09:21. Ihr folgten Kerstin Troch vom FTZ Mühldorf Team Siebzehnrübl (1:10:39) und Kerstin Hagerer vom CIS Amberg (1:11:16). 

Insgesamt waren knapp 250 Sportlerinnen und Sportler über die Volksdistanz angetreten. 

Chieming. Ein voller Erfolg war die Premiere der Mixed-Team-Relay am Samstag des 8. EBERL Chiemsee Triathlon. 20 mitunter hochkarätig besetzte Staffeln waren bei diesem neuen Wettkampfformat angetreten, das im kommenden Jahr in ähnlicher Form auch olympisch sein wird.

Wie bei klassischen Triathlon-Staffeln bestehen die Teams bei der Mixed-Team-Relay in Chieming auch aus drei Sportlern. Das war es dann aber auch fast schon mit den Gemeinsamkeiten. Denn alle drei müssen jeweils auch in allen drei Disziplinen antreten, nicht nur jeder in jeweils einer. Dazu war am Chiemsee Pflicht, dass mindestens eine Frau in jedem Trio vertreten ist. Hohes Tempo brachten die Distanzen in den Wettkampf: 200m Schwimmen, 6,8 km Radfahren und 2 km Laufen.

Sportfreunde Staffel mit Daniel Unger
Sportfreunde Staffel mit Daniel Unger

„Das ist ein sehr kurzweiliges, aber sehr intensives Format“, sagte Triathlon-Weltmeister Daniel Unger, der mit seiner Frau Zuzka Unger und Tri-Legende Thomas Hellriegel, dem ersten deutschen Ironman-Hawaii-Sieger, an den Start gegangen war. „Ich finde es super, den Wettbewerb für die Jedermänner und -frauen zu öffnen“, so Unger weiter. Sein „Sportfreund Team“ schaffte es auf Platz 7.

Mixed Team Relay
Mixed Team Relay

Der Sieg in der Gesamtwertung ging nach Österreich. Das Team „BSP Mitte #luckysgang“ um den zweifachen Paralympics Champion Günther Matzinger sicherte sich den Titel: den  Osenstätter Cup. „Das war Action von Anfang an, ein Riesenspaß, auch wenn wir nie geglaubt hätten, dass wir da vorne mitmischen können“, sagte er nach der Siegerehrung. Das Dreiergespann bekam aber nicht nur den Wanderpokal, sondern auch einen top-ausgestatteten VW Bus im Wert von ca 35.000 Euro für ein Jahr. Damit verwiesen sie die zweite prominente Mannschaft auf die Plätze: Das „Sportfreund Team by Daniel Unger“ um Matthias Zöll, den Präsidenten der Deutschen Triathlon-Union DTU, Buschhütten-Gewinnerin Carina Zöll und Olympionike Christian Prochnow.


„Uns hat gefreut und beeindruckt, dass so viele ambitionierte Jedermann-Teams und insbesondere Schülerinnen-Trios am Start waren“, freute sich Race-Director Tom Mayerhofer, denn allein die Schule Schloss Stein hatte drei Trios ins Rennen geschickt. 

Die Vereinsmeisterschaft blieb im Austragungsort: Die ging an TSV Chieming Triathlon 2. Den Familien-Cup holte sich „LT Zwecks Da Gaudi – Familie Lang“. 

Die Mixed-Team-Relay ist für Daniel Unger ein Format, das definitiv Zukunft hat. Und das nicht nur bei den Olympischen Spielen, sondern nach allem Anschein auch am Chiemsee. 

Chieming. In einer Hitzeschlacht hat der Österreicher Thomas Steger am Sonntag 8. EBERL Chiemsee Triathlon vor dem dreifachen Europameister Michael Raelert auf der Mitteldistanz gewonnen. Die Schweizerin Caroline Steffen war schnellste Frau über die 2 Kilometer Schwimmen, 80 Kilometer Radfahren und 20 Kilometer Laufen. Auf der kürzeren Olympische Distanz (1,5/40/10 km) konnte Marc Eggeling erneut das Podium erobern, im Frauenfeld war kein Vorbeikommen an der Australierin Kelly-Ann Perkins. Am Vortag wurden die Volksdistanz und die neue Mixed-Team-Relay ausgetragen. Insgesamt waren am vergangenen Wochenende 1247 Sportlerinnen und Sportler über die verschiedenen Distanzen einzeln oder in der Staffel bei dem Triathlon-Festival in Chieming gefinisht.

Wie im allerersten Jahr des EBERL Chiemsee Triathlons war auch in die achte Auflage eine Hitzeschlacht: Kaum bis gar keine Wolken, kein Wind, aber Temperaturen knapp unter 40 Grad. Manche erfahrene Triathleten sprachen schon vom „Kona“ Bayerns, dem Austragungsort des legendären Ironman-Hawaii. 

Schwimmen im Chiemsee

Am frühen Vormittag stürzten sich die Sportlerinnen und Sportler in die Fluten des Bayerischen Meers. Diesmal auch ohne Neoprenanzug – denn dafür war der See mit über 24 Grad zu warm. Auf der Mitteldistanz setzte sich der hochfavorisierte Raelert erwartungsgemäß an die Spitze. Sogar den Top-Schwimmer Christof Wandratsch ließ er hinter sich. Auf der Radstrecke zeigte der Mitteldistanz-Experte, welch Klasse in ihm steckt und dominierte weitgehend das Feld. Horst Reichel, Julian Erhardt oder auch Steger eröffneten die Jagd auf ihn. Auf der Laufstrecke machte dann Steger mit jedem Kilometer Boden gut, bis er Raelert auf den letzten beiden der vier 5-Kilometer-Runden gepackt und distanziert hatte. Steger sicherte sich mit 3:39:58 den dritten Sieg am Chiemsee. Raelert, der von Frankfurt in den Süden Bayerns gewechselt hatte, wurde Zweiter vor dem Local-Matador Julian Erhardt. 

Caroline Steffen
Caroline Steffen

Bei den Frauen kam Caroline Steffen zwar nicht an der Spitze aus dem Wasser. Auf dem Rad und dann auf der Laufstrecke spielte sie ihre Erfahrung und ihr Können aus. Mit einer Zeit von 4:07:57 brachte sie den Sieg nach Hause. „Die Radstrecke ist umwerfend“, lobte die sechsfache Ironman-Siegerin und zweifache Ironman-Vizeweltmeisterin „Das Rennen“. Danach kam fast schon die Überraschung des Tages: Mit einer absoluten Powerleistung hat sich Laura Zimmermann von Platz fünf auf den zweiten vorgekämpft. „Ich habe noch einmal alles rausgehauen“, sagte sie und lobte die Anwohner und Helfer vor Ort. „Die Einwohner haben mir quasi das Leben gerettet, Danke für die sämtlichen Wasserschläuche da draußen.“ Viele Chiemgauer hatten es für die Sportlerinnen und Sportler „regnen“ lassen. Dritte wurde die Britin Chantal Cummings. 

Auf der Kurzdistanz wiederholte Marc Eggeling seinen Sieg aus dem Vorjahr. „In einem Rennen wie dem EBERL Chiemsee Triathlon ist es wahnsinnig wichtig, die Strecke zu kennen.“ Die Erfahrung von vier Teilnahmen in Chieming brachte ihm den zweiten Titel ein – vor Nikolaus Wihlidal und Maximilian Kirmeier, der am Vortag dafür souverän die Volksdistanz (0,5/20/5 km) gewonnen hatte. Bei den Frauen ging der Sieg nach Down-Under: Kelly-Ann Perkins rauschte über die Strecken und kam mit großem Abstand vor Vorjahressiegerin Caroline Lehrieder sowie Pauline Neidel ins Ziel. „Ich hatte eine großartige Zeit draußen auf den großartigen Strecken“, so die Australierin Perkins im Zielinterview. 

Das Damen-Podium auf der Kurzdistanz.

Der EBERL Chiemsee Triathlon lockte auch in diesem Jahr nicht nur etliche namhafte Profis, sondern auch viele, viele ambitionierte Altersklassen-Athleten sowie diverse bekannte Quereinsteiger und Szene-Größen. Biathlon-Star Vanessa Hinz hatte im vergangenen Jahr ihre Premiere über die Kurzdistanz und in diesem Jahr – trotz Hitze – mit 2:33:41 ihre Zeit von damals sogar noch einmal um zwei Minuten unterboten. „Das ist schon immer ein Highlight des Jahres für mich“, sagte sie. Einer, der wohl nahezu jedes prominente Rennen der Welt kennt, kam ebenfalls gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus: der ehemalige Ironman-Germany-Geschäftsführer Björn Steinmetz. „Wenn man so wie ich 15 Jahre Triathlons organisiert hat auf höchstem Niveau, ist es einfach geil hier am Chiemsee zu sein, auf einem super schön gemachten Rennen“, lobte er, nachdem er die Mitteldistanz hinter sich gebracht hatte. 

Dass so viele internationale Top-Stars vertreten waren, verdankte der EBERL Chiemsee Triathlon auch der „Spirit Triathlon Series“. Der Wettkampf ist neben dem Triathlon Portocolom, dem Triathlon Alpe d’Huez und dem Transvorarlberg Triathlon Teil dieser neuen Serie, hinter der die Tri-Stars Daniela Ryf, Nicola Spirig sowie Tom Sutton, Sohn der Trainerlegende Brett Sutton stehen. Sie hatten fünf international besetzte Teams ins Rennen geschickt, die um die Plätze in der Gesamtwertung kämpften. „Wonderful“, war Tom Suttons Fazit.

Die schnellsten Staffel-Teams war das Team „ACA Tria“ um Wandratsch in der Herren-Wertung, das „wanggo endurance 2Radchaoten express“-Team in der Mixed-Wertung sowie die reine Frauen-Staffel „#BeastModeOn“ auf der Mitteldistanz. Die „Badenpower“-Staffel gewann die Gesamtwertung sowie in der Herrenwertung, in der Mixed-Wertung führte das „RSC Götzing“-Trio und das „ChiemTeam°°“ war die schnellste reine Frauen-Staffel auf der Kurzdistanz. 

Hinz darf sich jetzt auch neue Landkreismeisterin nennen, genau wie Stefan Ehehalt vom TSV Chieming Triathlon. 

Der EBERL Chiemsee Triathlon bietet auch immer eine Heimat für Triathleten mit Behinderung. Dieses Jahr kämpften sechs Paratriathleten um die Deutsche Meisterschaft über die Kurzdistanz und mit Ulrich Sedlmeier (GSC Nürnberg) war auch wieder ein gehörloser Athlet am Start. 

Fotos: Christoph Felix Schmidt