Björn Steinmetz nach seinem Finish beim EBERL Chiemsee Triathlon 2022

Der EBERL Chiemsee Triathlon – Das Rennen 2022: der Neustart, das Konzept des Sommernachts-Rennens und seine Entstehung
15 Fragen an die Projektleiter Björn Steinmetz und Sven Hindl

Am 25. Juni fällt der Startschuss zum EBERL Chiemsee Triathlon – Das Rennen 2022. Dabei wird es einige spannende Neuerungen geben: das Team hat sich mit Björn Steinmetz einen neuen Renndirektor an Bord geholt und die Veranstaltung bringt als Sommernachts-Rennen ein neues Konzept mit sich. Wir haben 15 Fragen an Sven Hindl und Björn Steinmetz zur Neuausrichtung gerichtet.

1. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Björn Steinmetz beim Chiemsee Triathlon?
Sven Hindl: Die Idee zur Zusammenarbeit mit Björn Steinmetz hat sich in den letzten Jahren langsam entwickelt. Es hat sich gerade in unserer Branche etabliert, dass Veranstalter sich immer wieder gegenseitig strategisch austauschen und Erfahrungen teilen. So war das auch bei uns. Mit Björn hat man jemanden an seiner Seite, der immer und ausnahmslos die Sache in den Vordergrund stellt. Wenn man sich seine Vita ansieht und bedenkt, in welchen Bereichen er schon im Triathlon tätig war, erkennt man schnell seinen enormen Erfahrungsschatz. Von diesem hat der Chiemsee Triathlon zunächst in Form eines freundlichen, unregelmäßigen Telefonaustauschs, später dann aber auch von intensiver Beratung profitiert. Als dann in 2020 und 2021 pandemiebedingt wirklich schwere Zeiten kamen, haben wir uns auch zu einer offiziellen Zusammenarbeit entschlossen.

2. Was sind die Ziele der Zusammenarbeit?
Sven Hindl: Ziel ist natürlich in erster Linie, das Produkt „Chiemsee Triathlon“ zu erhalten, aber auch zu verbessern und weiter zu entwickeln. Mit Björn ist einfach jemand von außen dazugekommen, der Bisheriges überdenkt und auch sicher in Frage stellt. In anderen Branchen spricht man von Unternehmensberatung, was sicher in unserem Fall ein zu großes Wort ist, aber in Kern die Sache trifft.
Björn Steinmetz: Es geht vor allem darum, den Chiemsee Triathlon zu erhalten, wirtschaftlich stabil zu organisieren und Weichen für die Zukunft zu stellen. Dabei soll der Fokus auf die Athletinnen und Athleten weiterhin im Vordergrund stehen, denn der primäre Anspruch ist und bleibt, ein in jeder Hinsicht attraktives Rennen für unsere Teilnehmer zu schaffen.

3. Wer ist die Zielgruppe des EBERL Chiemsee Triathlon 2022 und warum?
Björn Steinmetz: Wir haben uns bewusst entschieden, den Breiten- und Amateursportler in den Vordergrund zu stellen. Der Chiemsee Triathlon hat in der Vergangenheit immer ein wenig zwischen beiden Welten agiert und somit vielleicht ein wenig die Schärfe und klare Ausrichtung vermissen lassen. Wir können weder medial noch finanziell mit den großen Internationalen Rennserien mithalten, und somit war das Thema Profis und Preisgelder zwar ein schönes Add-on, was aber dazu geführt hat, dass genau dort die Mittel gefehlt haben, wo wir den Triathlon fördern und weiterentwickeln wollen: bei Breiten- und auch ambitionierten Amateursportlern, welchen wir bei ihrem Rennen ein schönes und attraktives, aber auch qualitatives und spannendes Happening bereiten wollen. Dies werden wir nun nachschärfen und zunächst auf Preis- und Antrittsgeld verzichten. Dennoch sind natürlich auch weiterhin Profis bei uns herzlich willkommen, im Focus steht jedoch der Breitensport.

4. Welche Strecken werden am 25. Juni angeboten?
Björn Steinmetz: Wir werden die Olympische bzw. Kurz-Distanz und die Mitteldistanz anbieten. Die Reduzierung auf nur zwei Strecken und den bewussten Verzicht auf die Volksdistanz sind das Ergebnis der Neuausrichtung der Veranstaltung. Wie bereits erwähnt, geht es ums Nachschärfen und auch ein stückweit ums „Entschlacken“. Das Angebot über die Volksdistanz hat dazu geführt, dass die Veranstaltung über zwei Tage durchgeführt werden musste. Diese zwei Tage haben wiederrum zu einem massiven Anstieg der Kosten geführt. Speziell die Sperrung der Radstrecke ist an dieser Stelle explizit zu nennen. Dies war bei klarer Betrachtung für uns wirtschaftlich nicht haltbar. Die Ausgaben haben die Einnahmen bei weitem überstiegen und somit musste an der Stelle entschieden werden, dass im künftigen Konzept, solange es keine Möglichkeit der Finanzierung gibt, die Volksdistanz vorerst nicht mehr stattfinden kann. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, musste aber letztlich getroffen werden.

5. Wie kam es zur Idee eines Sommernachts-Triathlons?
Björn Steinmetz: Das ist ein Ergebnis eines langen Prozesses mit dem Ziel, Altes zu erhalten und dennoch Neues zu erschaffen. Aber auch zu überlegen, was könnte zukünftig ein Alleinstellungsmerkmal des CST sein. Durch die Entscheidung, die Volksdistanz zu streichen, war klar: wir finden an einem Tag statt. Nun war die Überlegung: wie können wir es schaffen, eine Vollsperrung auf der Radstrecke anzubieten, gleichzeitig aber auch die Region im Rahmen dieser Streckensperrung zu entlasten. Damit war klar, dass wir an eine attraktive Tagesrandzeit gehen müssen. Da bietet sich der Samstagabend geradezu an. Das notwendige Tageslicht ist Ende Juni vorhanden und es ist kein Problem, verhältnismäßig spät zu starten, so dass der beim Triathlon abschließende Lauf in den Abendstunden stattfindet. Wir haben uns auch in Erinnerung gerufen: wann laufen und trainieren wir eigentlich am liebsten? Und wenn wir ehrlich sind… gibt es etwas Schöneres, als mit einer späten Trainingseinheit an einen warmen Sommerabend den Tag zu beenden? Aus dieser Idee entstand der Sommernachts-Triathlon. Die Athletinnen und Athleten können am Freitagabend oder Samstagvormittag in Ruhe mit ihrer Familie anreisen, am Samstagabend ihr Rennen genießen und am Sonntag die Schönheit der Region mit der Familie genießen, oder einfach nur zum Erholen nutzen, bevor sie am Montag wieder fit und ausgeruht in die Arbeitswoche starten.

6. Gibt es Änderungen bei der Strecke?
Björn Steinmetz: Es wird Änderungen an der Strecke geben, welche wir aber an der Stelle noch nicht kommunizieren können, da noch nicht alle Prozesse abgeschlossen sind. Der Charakter der Strecke bleibt aber auf jeden Fall erhalten: die malerische Kulisse des Chiemsees und der bayerischen Alpen. Auch das ist ein Merkmal des CST und wird es immer bleiben.

7. Was erwartet die Teilnehmer auf der neuen Strecke?
Sven Hindl: Aufgrund der Sanierung der Brücke in Seebruck und die großflächige baustellenbedingte Umleitung stehen wir mit den Behörden im Austausch. Wir werden zum EBERL Chiemsee Triathlon – Das Rennen 2022 wieder eine sportlich faire und wunderschöne Strecke finden. Diese wird nach Genehmigung der Behörden so schnell wie möglich bekannt gegeben. Eine kleine Anpassung auf der Laufstrecke wird es auch geben. Das nun nicht mehr mögliche Durchlaufen eines Privatgeländes ermöglicht uns eine kleine, aber für den Lauf schöne und attraktive Änderung. Dadurch werden wir einen Begegnungsverkehr der Läufer und Läuferinnen haben, und das ist ja bekanntlich immer für alle etwas Besonderes.

8. Wie sieht der zeitliche Ablauf der Veranstaltung aus? Was passiert am Vortag?
Björn Steinmetz: Der Event wird am Freitagabend offiziell starten. Um 16:00 Uhr öffnet die Ausgabe der Startunterlagen. Wir werden das Event-Areal in einen Wohlfühlbereich am Chiemsee verwandeln. Es wird ein öffentliches Catering durch unsere Partnervereine der Region und unsere Partner aus der Wirtschaft geben. In einer schönen Atmosphäre sind alle eingeladen, den Freitagabend mit uns am See zu verbringen.
Derzeit denken wir auch über etwas Live-Musik nach. Ziel ist es, entspannt gesellig – natürlich unter Beachtung der Hygieneregeln – in das Event-Wochenende zu starten.
Am Samstag übernimmt natürlich der eigentliche Triathlon das Zepter. Vormittags findet noch die Startunterlagenausgabe statt. Anschließend folgt der Check-In der Athleten in die Wechselzone und um 16:30 fällt der Startschuss zur Mitteldistanz. Um 17:00 Uhr werden die Athleten der Kurzdistanz ins Wasser gehen.

9. Was erwartet die Zuschauer?
Björn Steinmetz: Die Zuschauer werden auf der kompakten Fläche jede Menge Triathlon-Action erleben. Da die Athleten sowohl beim Radfahren als auch beim Laufen mehrere Runden absolvieren, kann man sie mehrmals während des Rennens sehen, anfeuern und motivieren.
Das Catering und der Festival-Bereich sind jederzeit zugänglich. Somit werden auch die Zuschauer und Besucher bestens versorgt sein. Wir werden uns natürlich auch etwas Besonders zum Thema Stimmung und Atmosphäre am Abend einfallen lassen, aber heute wäre es noch zu früh für weitere Details.

10. Was erwartet die Teilnehmer nach dem Rennen?
Björn Steinmetz: Eine tolle Stimmung und ein schöner gemeinsamer Abend, und natürlich eine unvergessliche Atmosphäre beim ersten Sommernachts-Triathlon am Chiemsee. Nach dem Rennen möchten wir den Tag bei gemütlicher Abendstimmung mit allen Athleten, Athletinnen, Zuschauern, Zuschauerinnen, Partnern und der Region gemeinsam und stimmungsvoll ausklingen lassen.

11. Seid ihr zufrieden mit der Planung und den Anmeldungen bisher?
Björn Steinmetz: Die Planungen verlaufen nach Plan und wir kommen sehr gut voran. Die Anmeldungen sind zum jetzigen Zeitpunkt auf einem höheren Niveau als in der Vergangenheit angekommen. Wer dabei sein will, sollte sich also schnell seinen Startplatz sichern.

12. Wie seht ihr die Zukunft des EBERL Chiemsee Triathlon? Was ist der Plan?
Björn Steinmetz: Mittelfristig gilt es, den EBERL Chiemsee Triathlon wieder fest im Triathlon-Veranstaltungskalender zu verankern.
Das Sommernachts-Konzept soll weiter ausgebaut werden, und auch das Thema „Festival“ wird in den Vordergrund gerückt.

13. Soll der Chiemsee Triathlon irgendwann ausgeweitet werden, beispielsweise auf weitere Distanzen oder Profi-Wertungen?
Björn Steinmetz: Unser Fokus wird zunächst weiter auf den Breitensport gelegt, darauf wollen und werden wir uns verstärkt konzentrieren. Es ist natürlich unser Ziel, auch künftig wieder die Volksdistanz in unser Angebot mit aufnehmen zu können, aber erst, wenn dafür die ökonomischen Rahmenbedingungen stimmen.

14. Wie steht die Region der neuen Austragung als Abendveranstaltung gegenüber?
Björn Steinmetz: Die Region ist und bleibt begeistert vom Triathlon, und das Konzept der Abendveranstaltung ist mit der Region abgestimmt. In die Entscheidung, diesen neuen Weg zu gehen, war die Region von Beginn an involviert. Wir gehen davon aus, mit der Abendveranstaltung die durch Straßensperrungen hervorgerufenen Belastungen für die Region reduzieren zu können, und gleichzeitig die Region touristisch besser einbinden zu können.

15. Was möchtet ihr den Teilnehmern noch sagen?
Björn Steinmetz: Zunächst möchten wir uns bei den Teilnehmern herzlich für ihre Treue bedanken. Ebenso für die vielen netten Nachrichten, die uns erreicht haben, als wir bekannt gegeben haben, dass es den EBERL Chiemsee Triathlon in 2022 wieder geben wird.
Wir möchten uns aber auch gleichzeitig noch einmal entschuldigen. Die Jahre 2020 und 2021 waren speziell in unserem beruflichen Umfeld nicht einfach und wir mussten Entscheidungen treffen, die für einige vielleicht nicht nachvollziehbar sind oder waren.
Doch wir mussten sie treffen, und nun hoffen wir, dass wir mit guter und professioneller Arbeit in der Zukunft eurer Vertrauen erneut zurückgewinnen können.